Paris 2024

#Paris2024: So ist der Quali-Stand

Zeit für eine Übersicht: Die Basketball-Weltmeister sind dabei, auch die Volleyballer haben es geschafft, ebenfalls die Handballer, die Fußballer fehlen dagegen, auch die beide Hockey-Teams haben es geschafft. Aber wie sieht es mit Rudern, Reiten und Co. aus? Wir geben einen Überblick zum Stand der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Paris 2024.

Autor: sid
5 Minuten Lesezeit veröffentlicht am 20. März 2024

Hockey

Auf die deutschen Hockey-Teams ist in Sachen Olympia Verlass: Die Männer, Weltmeister von 2023, sicherten sich beim Qualifikationsturnier im Oman ganz souverän ihr Ticket und greifen in Paris den fünften Olympiasieg nach 1972, 1992, 2008 und 2012 an. Die Frauenauswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB), die 2004 in Athen Gold gewann, tat es dem Team von Bundestrainer Andre Henning gleich und qualifizierte sich in Indien für die Spiele.

Handball

Das deutsche Frauenteam von Markus Gaugisch kam für den Kampf um die Teilnahme nach Neu-Ulm - und seit Samstag ist alles klar: Dem Sieg gegen Slowenien (31:25) folgte der gegen Montenegro (28:24), schon vor dem abschließenden Spiel am Sonntag gegen Paraguay kann nichts mehr schiefgehen. Die Männer von Bundestrainer Alfred Gislason hatten zuvor bereits ihre letzte Chance genutzt: Klarer Sieg gegen Algerien beim Qualifikationsturnier in Hannover, Niederlage gegen Angstgegner Kroatien, im "Finale" gegen Österreich dann ein 34:31.

Basketball

Natürlich ist der Weltmeister für Paris qualifiziert, die Mannschaft um Kapitän Dennis Schröder hatte das Ticket schon durch den WM-Halbfinaleinzug als eines der beiden besten europäischen Teams sicher. Es ist die zweite Teilnahme nacheinander, 2021 war in Tokio der Sprung ins Viertelfinale gelungen. Die Frauen geben ihr Olympia-Debüt. Beim Vierer-Qualifikationsturnier Anfang des Monats in Belem holte der EM-Sechste mit Starspielerin Satou Sabally das Ticket.

3x3-Basketball

Für die Turniere der Streetball-Variante ist alles offen. Anhand der Weltrangliste vom 1. November werden die ersten von jeweils acht Frauen- und Männer-Startplätzen vergeben. Danach findet das "FIBA Universality-driven Olympic Tournament 1" statt, dann das "FIBA Universality-driven Olympic Tournament 2" und zum Abschluss ein weiteres Qualifikationsturnier. Das erste sogenannte FIBA Universitality Olympic Qualifiying Tournament wird ohne deutsche Beteiligung in Hong Kong/HKG stattfinden. Vom 12. – 14. April 2024 kämpfen dort je Geschlecht acht Mannschaften um einen Platz bei Olympia. Nur der jeweilige Sieger wird sich für Paris 2024 qualifizieren. Für das zweite UOQT in Utsunomiya/JPN konnten sich die 3×3-Damen dank ihres fünften Platz beim World Cup 2023 einen Startplatz sichern. Vom 03. – 05. Mai 2024 trifft man dort in Pool A auf Japan, Österreich und Brasilien. In der zweiten Gruppe stehen sich die Niederlande, Kanada, Australien und Kenia gegenüber. Auch hier braucht es für die Olympia-Teilnahme den Turniersieg. Sollte dies den DBB-Damen nicht gelingen, besteht vom 16. – 19. Mai 2024 eine weitere Chance auf das Olympia-Ticket. Im ungarischen Debrecen kommt es im Rahmen des OQT zur Vergabe der verbliebenen Startplätze. Von den je Geschlecht 16 teilnehmenden Teams, qualifizieren sich die jeweils drei Bestplatzierten. Für die deutschen Herren geht es in Pool A gegen Litauen, die Schweiz und Madagaskar. Die deutschen Damen erwarten Duelle mit Tunesien, Aserbaidschan und Polen.

Fußball

Die deutsche U21-Nationalmannschaft der Männer hat Olympia mit dem Aus in der Vorrunde der EM 2023 verpasst. Die deutschen Frauen haben nach dem Aus bei der WM 2023 noch die Chance, sich über ein Vierer-Final-Turnier im Rahmen der UEFA Women's Nations League 2024 in Frankreich (23.-28. Februar) zu qualifizieren. Dazu muss die Mannschaft entweder ihr Halbfinale gegen Frankreich am 23. Februar in Lyon oder das Spiel um den dritten Platz gegen den Verlierer aus dem anderen Halbfinale zwischen Weltmeister Spanien und den Niederlanden gewinnen. 

7er-Rugby

Das ambitionierte Team von Rugby Deutschland war mit großen Zielen ins Jahr 2023 gestartet. Der EM-Titel, der Aufstieg in die Weltserie und eben auch das Ticket für Olympia sollten her, geworden ist allerdings nichts daraus. Bei den Europaspielen im Juni in Krakau vergab die deutsche Mannschaft die letzte Chance auf Paris. Auch die Frauen-Auswahl ging in Polen leer aus.

Volleyball

Nach zwölf Jahren haben sich die Männer den Traum von Olympia wieder erfüllt. Beim Qualifikationsturnier in Rio de Janeiro bezwangen DVV-Starangreifer Georg Grozer und Co. unter anderem in ihrer Achtergruppe die beiden Favoriten Brasilien und Weltmeister Italien. Nach sechs Siegen in sechs Spielen war das Ticket für Paris bereits sicher, die Frauen müssen hingegen weiter bangen. Ihre erste Chance beim Qualifikationsturnier in Lodz hatte die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen vergeben. Eine weitere Möglichkeit bietet sich noch über die Weltrangliste, über die im kommenden Jahr jeweils fünf weitere Startplätze vergeben werden. Die bislang letzte Olympia-Teilnahme liegt viele Jahre zurück, zuletzt waren die Frauen 2004 dabei.

Wasserball

Bei der EM im Januar reichte es sowohl für die Männer, als auch für die Frauen nicht zur WM-Quali. Beide Teams haben somit keine Chance mehr auf eine Olympia-Quali. Die Männer waren zuletzt 2008 bei Olympia, die Frauen noch nie.

Beach-Volleyball

Es können sich bis zu zwei Teams pro Nation und Geschlecht qualifizieren. Bei Männern und Frauen entscheidet u.a. eine Olympische Rangliste des Weltverbandes über die Teilnahme. Hier werden aufgrund von Turnierresultaten bis Juni 2024 17 von insgesamt 24 Plätzen für Paris vergeben. Das deutsche Herren-Duo Ehlers/Wickler belegt zur Zeit Platz Fünf. Bei den Damen liegen die WM-Dritten von 2022, Müller/Tillmann, aktuell aussichtsreich im Rennen. Chancen auf einen Quotenplatz haben auch die beiden Nationalteams Ludwig/Lippmann und Borger/Ittlinger. 

Individualsportarten

Im Kanu-Rennsport sind bereits 17 von 18 möglichen Startplätzen erreicht, im Kanu-Slalom (Wildwasser) stehen drei von maximal sechs deutschen Starter*innen fest. 

In der Leichtathletik werden die theoretisch (aufgrund von bis zu drei Startplätzen pro Disziplin und Staffeln) möglichen 133 Startplätze erst in Frühjahr und Sommer vergeben. In der Vergangenheit konnten sich regelmäßig 70-80 Sportlerinnen und Sportler qualifizieren. 

Im Modernen Fünfkampf sind bereits zwei Quotenplätze sicher, bestenfalls werden es am Ende vier. 

Im Radsport hat der Bereich Straße nach Abschluss der Qualifikation bei den Männern (2) und Frauen (3) insgesamt fünf von acht möglichen Startplätzen erreicht.  Auf der Bahn, beim Mountainbike und beim BMX in Freestyle und Racing ist das Rennen um bis zu 28 Plätze noch offen. 

Das deutsche Reiten hat seine Hausaufgaben bereits mit Bravour erledigt, alle neun Startplätze, gleichmäßig verteilt auf Dressur, Springreiten und Vielseitigkeit, sind unter Dach und Fach.  

Im Ringen winken bis zu 18 Quotenplätze, einer ist bereits sicher. 

Beim Rudern könnten theoretisch 48 Startplätze erkämpft werden. Das Gros der realistisch möglichen Plätze ist mit 21 bereits gesichert. 

Auf einem guten Weg nach Paris sind die deutschen Schützinnen und Schützen: Vier von sechs beim Bogen und neun von 24 mit den Schusswaffen, lautet die aktuelle Zwischenbilanz.  

Im Bereich des Deutschen Schwimmverbands haben die Freiwasserschwimmer*innen (3 von 4) und Wasserspringer*innen (5 von 16) bereits geliefert. Für Becken und Synchron wird die WM Anfang Februar die ersten Startplätze bringen.  

Das Segeln hat neun von 14 möglichen Startplätzen erkämpft. 

Alles noch vor sich haben: Skateboard (maximal 12 Startplätze), Sportklettern (8), Surfen (6), Taekwondo (8) und Tennis (12). 

Für das Tischtennis sind vier Startplätze bereits sicher, sechs sind möglich, auch im Triathlon gilt momentan vier aus sechs. 

Aus dem Vollen schöpfen die Turner mit fünf von fünf möglichen Plätzen an den Geräten. Die Turnerinnen brachten es auf drei von fünf, bei der Rhythmischen Sportgymnastik lautet die Bilanz sieben von sieben. Am Trampolin bestehen noch zwei Qualifikationschancen pro Geschlecht. 

Noch ohne Quotenplätze sind folgende Sportarten: 

Badminton (16 maximal mögliche Startplätze), Boxen (13), Breaking (2/B-Boys haben keine Qualifikationschance mehr), Fechten (24), Gewichtheben (6), Golf (6), Judo (14).