Rettungssport ist die Wettkampfvariante des Rettungsschwimmens. Gute Rettungssportler sind auch gute Rettungsschwimmer. Das Training für den Sport hilft, im Ernstfall Leben retten zu können. Doch Rettungssport ist auch Leistungssport, er den kompletten Athleten fordert: Kraft, Kondition, Schnelligkeit und die technisch saubere Beherrschung der verschiedenen Rettungsgeräte sind Voraussetzung, um im Wettkampf konkurrenzfähig zu sein.

In den verschiedenen Disziplinen des Rettungssports spiegeln sich die Traditionslinien dieses vielseitigen Sports wider, der zum einen in Europa und zum anderen in Australien, Neuseeland, Südafrika und den USA begründet wurde. In Europa – mit seinen zahlreichen Frei- und Hallenbädern – wurden Wettkämpfe der Rettungsschwimmer zunächst in der Schwimmhalle ausgetragen. Wie in den reinen Schwimmwettkämpfen messen sich die Athleten in den Hallendisziplinen oder Pool-Events untereinander im Wettlauf gegen die Uhr. Das wichtigste Sportgerät ist eine genormte Puppe, die die zu rettende Person simuliert. Flossen und der Gurtretter, ein spezielles Rettungsgerät, kommen bei einigen Disziplinen als Ergänzung hinzu. Daneben gibt es die in Übersee entstandenen Disziplinen im Freigewässer, die jedoch nicht Bestandteil des Programms der World Games sind.

Die Rettungsschwimmer der DLRG-Nationalmannschaft bestreiten ihre Wettbewerbe in Breslau am 21. und 22. Juli.

Neben den Ambitionen im Einzel ruhen die Hoffnungen der deutschen Mannschaft auch auf den Staffelwettbewerben. Vor vier Jahren bei den Spielen in Cali (Kolumbien) gewannen die Rettungssportler neun der insgesamt 30 Medaillen für Deutschland. Marcel Hassemeier, inzwischen nicht mehr aktiv, avancierte damals mit vier Gold- und einer Silbermedaille zum erfolgreichsten Sportler der World Games.

In Breslau zählt der aktuelle Weltmeister Danny Wieck zu den Topfavoriten. Bei der Qualifikation im Mai stellte er auf seiner Paradestrecke 50 Meter Retten einer Puppe einen Weltrekord auf. Auch Jan Malkowski (100 Meter Retten mit Flossen) und Weltrekordler Kevin Lehr (100 Meter Lifesaver) haben Gold im Einzel als Ziel ausgegeben. In der Puppen- und in der Gurtretter-Staffel zählen die deutschen Herren ebenfalls zu den Anwärtern auf Medaillen. Bei der WM im vergangenen Jahr gewannen die Staffeln der DLRG beide Wettbewerbe in neuer Weltrekordzeit.